LADY TERMINATOR (aka: NASTY HUNTER, REVENGE OF THE SOUTH SEA QUEEN, OT: PEMBALASAN RATU PANTAI SELATAN), Indonesien 1988

Regie: H. Tjut Djalil

Darsteller: Barbara Anne Constable (Tania Wilson/Lady Terminator), Christopher J. Hart (Max McNeil), Claudia Angelique Rademaker (Erica) u. a.

Laufzeit: 81 Minuten

Es war eine kurze Nacht gestern. Aus unerfindlichen Gründen war euer Meister im Dösen bereits um 2.30 in der Früh wach. Sehr unschön… An Einschlafen war nicht mehr zu denken, also blindlings zu einer DVD gegriffen. In den folgenden Stunden flimmerte der erste Teil der Terminator-Saga über den Bildschirm. Wenn schon kein Schlaf, dann wenigstens mal wieder was ordentliches schauen.
Fazit: Zeitlos-düsterer Klassiker und allen nachfolgenden Teilen immer noch meilenweit überlegen (auch wenn Fräulein Atali dies vehement abstreiten würde, da sie den zweiten Teil favorisiert; da Atali aber gerade zu urlauben geruht, ist vorerst kein Widerspruch zu erwarten).

Lady guggt grimmig :-)

Ich schweife mal wieder ab. Wo wir gerade bei Terminator sind, wollen wir uns heute dem anderen, mir bekannten Leinwand-Epos eines gewissen H. Tjut Djalil widmen. Schließlich wollt ihr alle viel lieber etwas über den “Lady Terminator” hören, nicht wahr?

Ich stolperte – das interessiert euch jetzt wieder brennend, ich weiß – zu längst vergangenen Videotheken-Zeiten über dieses filmische Kleinod und erwartete ein spaßiges Terminator-Ripoff mit ordentlich Geböller und so. Wir erinnern uns, das war in den Zeiten vor den Segnungen des Internets. Man musste sich also blind auf den obskuren Klappentext einer Video-Kassette verlassen. Schon damals hatte ich allerdings eine Antenne für cineastische Perlen, aber diesmal landete ich einen ganz besonderen Glücksgriff!

Zur Story:
Die mysteriöse South Sea Queen residiert in einem schmucken Schloss am Meer. Gleich zu Anfang erfahren wir, dass es sich bei ihr um eine ausgemachte Bitch handelt. Gerade ist sie noch schwer mit ihrem Lover zugange (der mich im übrigen schwer an Mahendra aus Mystics in Bali erinnert), da spritzt auch schon erstes Blut. Zwischen den Beinen der Queen haust nämlich eine Art Aal und der beisst dem lüsternen Mahendra-Double doch glatt den vorwitzigen Pillemann ab.
„Gibt es einen Mann, der mich befriedigt?“, fragt sich die Queen gelangweilt nach dem spritzigen Ableben ihres Lovers. Die Antwort erfahren wir sogleich.
Da kommt nämlich ein weißgekleideter Herr aufs Schloss und findet sich schon bald ebenfalls auf den schwitzigen Laken wider. Dieser allerdings ist schlau. Zwar orgelt er die böse Königin erwartungsgemäß, doch bevor es zu einer weiteren Pillemann-Abbeiß-Szene kommt, schnappt er sich den fiesen Aal und verwandelt ihn in einen Dolch. Ah, ein Zauberer!
„Verwandle ihn in seine ursprüngliche Gestalt und gib ihn mir zurück!“, mault die Queen, aber keine Chance!
„Du bist jetzt meine Frau“, erklärt der ehemals Weißgekleidete. „Ich will, dass du mit dem Töten aufhörst.“ Kann man irgendwie ja auch verstehen.
Darob ist sie aber gar nicht begeistert und schwört, sich in 100 Jahren an seiner Urgroßenkelin zu rächen. Flugs löst sich die Queen in Luft auf und verkündet, sich auf den Grund des Meeres zu verziehen und sich dort mit dem Mächten des Bösen zu verbinden.
Ende des Prologs. Es folgt der Vorspann, dem wir entnehmen, dass sich Monsieur H. Tjut Djalil für diesen Film das schicke Pseudonym „Jalil Jackson“ zugelegt hat. Auch so erstaunliche Tatsachen, wie die, dass die Hauptdarstellerin Barbara Ann Constable auch für die Make Up Effekte zuständig war, finden sich hier.
Fast forward…
Tania, eine junge Anthropologin, die sich mit der Legende der bösen Südsee-Königin beschäftigt, geht auf Tauchgang, um nach deren wohl mittlerweile im Meer versunkenen Schloss zu suchen. Das findet sie auch prompt und findet sich schon bald mit gewaltsam gespreizten Beinen auf deren Bett wieder. Während sie sich noch ungläubig windet, krabbelt ein vorwitziger Aal zwischen ihre Schenkel…. der glückliche Schurke!

Der Aal :-)

Kurz darauf steigt Tania im Geburtstagskostüm aus den Fluten. Wie sich der schlaue Zuschauer denken kann, ist sie nun vom bösen Geist der Südsee-Königin besessen. Die zwei Proleten, die gerade am Strand herumlungern und selbiges beobachten, sind ebenfalls schon bald ihre Amüsierstengel los.
Tania reißt sich die Lederkluft eines der Gemeuchelten unter den Nagel und macht sich auf die Suche nach der Nachfahrin. Sie findet sie in Erika, einem kleinen Pop-Sternchen. Und nun geht der ganze Spaß erst so richtig los…

Ihr merkt, ich bin so fasziniert von diesem filmischen Kleinod, dass ich gleich den ganzen Film nacherzählen könnte. Das tue ich natürlich nicht.
Kommen wir lieber gleich zu meinen Anmerkungen.
In Sachen Spezial-Effekte und darstellerische Leistungen hat Lady Terminator so einiges mit „Mystics in Bali“ gemeinsam, da nehmen die Streifen sich nix.
Lady Terminator fährt allerdings so einiges an nackerten Hupen, grenzdebiler 80er-Optik und doofen Sprüchen auf. Blutige Shoot-Outs gibt’s auch zu Genüge. Meine damaligen Ansprüche an einen Film mit ordentlich Geböller wurden also erfüllt.
Weshalb Lady Terminator allerdings einen gewissen Ruhm erworben hat, ist der folgende Umstand: Nach der Einleitung und Tanias folgenschwerer Begegnung mit dem Aal, beginnt er nämlich auf ziemliche freche, dafür aber umso unterhaltsamere Weise Szenen aus einem nicht ganz unbekannten Film mit Arnold Schwarzenegger zu kopieren. Kenner ahnen natürlich, welchen Streifen ich wohl meinen könnte (ein Hinweis: es ist nicht Conan!).

Dicke Wumme

So erleben wir auch in Lady Terminator das Disco-Shoot-Out und das Polizeirevier-Gemetzel. Ja, selbst die geschmackssichere Augen-Rauspopel-Szene darf nicht fehlen, auch wenn sie sich hier etwas anders abspielt. Aber schließlich ist eine Südseekönigin ja auch kein Cyborg. Und anstelle von Kyle Reese und Sarah Connor bekommen wir hier ja auch nur Erika, das Pop-Sternchen, und Max, den toughen Cop.
Aber warum sage ich „nur“?
Das Pärchen liefert eine ganz gute Show ab und der Film an sich ist ein Riesenspaß! Wenn pünktlich zum Grande Finale Max und seine Kollegen zu einer ausgewachsenen Söldnertruppe mutieren, die einem Rambo alle Ehre machen würden, johlt man schon längst vor heilloser Begeisterung.
Über allem steht allerdings die grandiose Hauptdarstellerin. Barbara Ann Constable zieht wirklich vom Leder als besessene Tania. Wo King Arnold als Terminator einst (seiner Rolle angemessen) kein Gesicht verzog, grimassiert Frau Constable, als gelte es, den nächsten Oscar zu gewinnen. Die Frau gibt wirklich alles und es ist eine Freude, ihr zuzusehen, wie sie im Lauf des Films zahllose Magazine verballert, sich immer wieder unmotiviert nackig macht und dergleichen mehr!

Hupen

Kommen wir zu meinem Fazit: Wie schon „Mystics in Bali“ sollte man auch diesen Film unbedingt meiden, wenn man einen gutgemachten, ernsthaften Genre-Film sehen will. Wer jedoch ein Herzchen für Trash in seiner härtesten Form hat, wird an „Lady Terminator“ kaum vorbei kommen. Ein Meisterwerk und ein Party-Film allererster Kajüte!!!

Der Kommissar empfiehlt fünf Flaschen Raki und verleiht auch diesem Film das goldene Hirnfick-Siegel.

Kommissar Lehmann

Autor: Kommissar Lehmann

Wenn ihr euch bewegt, sehe ich das!

Ein Gedanke zu „LADY TERMINATOR (aka: NASTY HUNTER, REVENGE OF THE SOUTH SEA QUEEN, OT: PEMBALASAN RATU PANTAI SELATAN), Indonesien 1988“

  1. Oh da komm ich ausm Urlaub wieder und was erwartet mich hier, sicherlich der Höhepunkt des Indonesischen Erzählkinos. Ein Film wie es ihn nur zweimal gibt 😀 Ein wahrlich brilliantes Meisterwerk das man immer wieder kuckn kann und muss. Auch ich bin begeister Fan von Frau Constables unglaublicher schauspielkraft, ja sie blinzelt nichma beim schießen mit ihren verschieden Waffen die alle ohne nachladen auskommen und das kann nichma ein Arnie, das blinzeln mein ich nich das nachladen ^^

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