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Fangen wir einfach damit an,
was »terrapress« einst war.

Dazu müssen wir allerdings ein wenig ausholen. Die Anfänge reichen bis zurück in die Schulzeit eines gewissen Werner K. Giesa, der später als Schriftsteller Karriere machte. Als Gymnasiast schrieb er damals, aus Spaß am Schreiben selbst, Science Fiction-Stories, die in der Schulklasse herumgingen und von den Mitschülern mehr oder weniger begeistert gelesen wurden. Auflage 1 Exemplar, handschriftlich, mit selbstgezeichneten Titelbildern, und das alles in der äußeren Form von Heftromanen, indessen mit einem Umfang von 12-16 engbeschriebenen Seiten.
     Um das Ganze etwas »lebensechter« aussehen zu lassen, bekamen die Hefte natürlich auch einen »Verlag«. Und der hieß eben »terrapress«. Naheliegend, weil es sich ja um Science Fiction handelte und darin der lateinische Name terra für die Erde sich längst eingebürgert hatte. Wofür press steht, dürfte ja wohl auch klar sein
     Mit der Zeit wurde das »Programm« inzwischen per Schreibmaschine, aber immer noch mit Auflage 1 ausgeweitet auf Fantasy, Grusel und auch Western; zugleich wurden die Titelbilder freizügiger, d.h. kaum ein Heft kam noch ohne mehr oder weniger nackte Mädchen auf dem Cover aus. Zugleich hielt der Sex auch in den Geschichten selbst Einzug. Und das in den späten 60er und frühen 70er Jahren in Deutschland, wo die Hosen der Romanhelden noch lange danach verflixt und zugenäht waren und etwas »freiere« SF nur aus Übersetzungen amerikanischer und englischer »New Wave«-Autoren bekannt war, allenfalls auch durch jüngere Werke Silverbergs. Dieser Aspekt meiner schreiberischen Aktivitäten hat sich immerhin bis heute gehalten; nicht immer zum Ergötzen meiner Redakteure und Lektoren
     So entstanden einige hundert dieser kleinen Heftchen
     Kurz vor dem Abitur erfolgte eine beachtliche Ausweitung: Zusammen mit einem Bekannten wurde ein Spiritus-Umdrucker gekauft. Fortan wurden die Geschichten nicht mehr auf normales Papier, sondern auf Carbonmatritzen getippt, und für die Titelbilder standen immerhin sieben verschiedene Farben zur Verfügung. Die Auflage stieg von »1« auf »variabel«, und das SF-Fandom wurde mit giesa'schen Publikationen förmlich überschwemmt. Und aus »terrapress« wurde der »nichtkommerzielle Fan-Verlag terrapress« (unter der Regie von Giesa, während Partner Ernst Albert für die drucktechnische Abwicklung zuständig war und seine Abteilung augenzwinkernd »rapide-druck gmbh & co kg« nannte natürlich von einer echten Firma weit entfernt.
     Und wer da immer behaupten mag, mit dem Spirit-Carbon-Umdruck seien nur kleine Auflagen bis etwa 100 Exemplare zu bewerkstelligen, kannte den »rapide-druck«-Umdrucker nicht, der heute noch, längst nicht mehr benutzt, auf Giesa's Dachboden steht: Bis zu 800 (achthundert!) lesbare Drucke waren möglich! Erst darüber hinaus waren die Matritzen dann doch so abgenutzt, daß der Aufwand, mit noch höherem Walzen-Andruck vielleicht doch noch etwas mehr herauszukitzeln, sich nicht mehr lohnte. Was allerdings stimmt: Nach einer solchen Druck-Orgie stanken alle Beteiligten nach Alkohol, als wären sie gerade aus einem Schnapsfaß geklettert
     Als dann Ende der 70er Jahre Giesas Wechsel vom Fan- zum Profi-Autor erfolgte, blieb für diese Fan-Produktionen immer weniger Zeit, so daß sie bald eingestellt wurden. Die Erinnerung an »terrapress« ist aber immer noch präsent Stories tragen für gewöhnlich den Vermerk Copyright © by Werner K. Giesa & terrapress.

Und was
ist »terrapress« heute?

Ganz sicher kein produzierender Verlag mehr, weder kommerziell noch nichtkommerziell. Eher eine IDEE, vielleicht auch ein Informations-Pool über die schriftstellerischen, zeichnerischen und sonstwie oder sonstwas publizierenden Aktivitäten W. K. Giesas und eventuell auch anderer Fans und Kollegen und vielleicht auch hier und da mal was zum Herunterladen. Was es sonst noch ist oder werden könnte lassen wir uns überraschen

     Was auf jeden Fall außer der Erinnerung an damals und die nostalgischen Copyright-Vermerke geblieben ist, ist das »Verlags«-Logo: das große »T«, das auf der Erdkugel steht. Nur eben heute in Farbe und nicht mehr in Schwarzweiß wie damals

     » et in hoc signum vince!«, wie es so schön lateinisch heißt 1)

     Und daran wollen wir uns halten!






























1) » und in diesem Zeichen siege!«


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