DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS (OT: MYSTERY OF THE WAX MUSEUM), USA 1933

Regie: Michael Curtiz

Lionel Atwill (Ivan Igor), Fay Wray (Charlotte Duncan), Glenda Farrell (Florence Dempsey), Allen Vincent (Ralph Burton), Edwin Maxwell (Joe Worth), Arthur Edmund Carewe (Prof. Darcy), Matthew Betz (Hugo)

Länge: 77 Minuten

Achtung: Klassiker-Alarm!
Man sieht es schon an der Liste der Darsteller. Wir reden hier weder über die „House of Wax“-Version mit Vincent Price aus den 50ern, noch über die Variante von 2005 mit… öh… Paris Hilton. Hier geht es um das unübertroffene Original aus dem Jahr 1933.

London 1921: Ivan Igor (was für ein Name!) ist ein meisterhafter Schöpfer von Wachsfiguren. Die Umsätze in seinem Museum sind jedoch ziemlich mau, da Igor vorzugsweise ruhige historische Szenen darstellt, während die Konkurrenz eher auf Schock und Nervenkitzel setzt. Es kommt zum Streit mit seinem Geschäftspartner Worth, der das Museum kurzerhand anzündet, um wenigstens noch die Brandschutzprämie der Versicherung abgreifen zu können. So ein Lump!
New York 1933: Igor hat den Brand schwerverletzt überlebt, sitzt aber nun im Rollstuhl und seine Hände sind verkrüppelt. In New York möchte er ein neues Wachsfigurenkabinett eröffnen. Seine Schüler sind ihm beim Modellieren der Figuren behilflich, da er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Die Reporterin Florence Dempsey findet derweil heraus, dass Igors Werke eine frappante Ähnlichkeit mit diversen, kurz zuvor verstorbenen Prominenten aufweisen, deren Leichen jeweils kurz nach ihrem Tod auf mysteriöse Weise gestohlen wurden. Dempsey wittert eine heiße Story und beginnt, das Wachsfigurenkabinett genauer unter die Lupe zu nehmen…

Lionel Atwill

Auf das Konto von Michael Curtiz gehen einige zeitlos schöne Filme wie zum Beispiel das Bogey-Vehikel „Casablanca“ oder der Errol-Flynn-Knaller „Die Abenteuer des Robin Hood“. Auch dieser Streifen hier ist ein kleiner Klassiker und dem schnarchig-bieder inszenierten Remake mit Vincent Price klar überlegen.
Letzterer Film ließ das Geschehen um die Jahrhundertwende stattfinden. Pferdekutschen und Gaslicht dominierten den Streifen. Das Original hingegen versetzte die Handlung in die damalige Gegenwart von 1933 ins quirlige New York, mitten rein ins pralle Leben. Hier gibt es kein nebelverhangene Schauer-Romantik, sondern einen – für die damalige Zeit- modernen Horror-Film.
Die Story verfolgt hierbei mehrere Handlungsstränge. So gibt es die rasende Reporterin mit ihrem stressigen Redaktionsalltag, die alles daran setzt, ihren Job nicht zu verlieren. Außerdem begegnen wir einem reichen Playboy, der als Mordverdächtiger eingebuchtet worden ist. Ferner bedient sich der Film Motive des klassischen Cop-Krimis inklusive des Verhörs eines Junkies auf Entzug.
Das ist natürlich `ne ganze Menge Stoff und mitunter verzettelt sich der Film auch ein wenig. Allerdings hält er, auch aufgrund der kurzen Laufzeit durchweg, bei Laune.
Hierzu tragen vor allem die gut aufgelegten Schauspieler bei. Lionel Atwill ist ein guter, alter Bekannter. Fans des Klassik-Kinos kennen ihn von seinen töfte Auftritten in beispielsweise „Frankensteins Sohn“ oder „Unter Piratenflagge“ Seine Rolle als wahnsinniger Ivan Igor spielt er völlig straight, ohne dabei die Tragik der Figur unberücksichtigt zu lassen. Fay Wray ist ebenfalls keine Unbekannte. Hier ist sie unmittelbar vor ihrem legendären Auftritt in „King Kong“ zu bewundern und beweist, dass sie auch damals schon ziemlich gut panisch schreien konnte. Hier trägt sie allerdings keine blonde Perücke – wie in Kong – sondern man darf ihr rotes Naturhaar bewundern. Aber auch zum Beispiel Glenda Farrell als quirlige Reporterin macht eine ziemlich gute Figur und tut einiges dazu, den Film auf Touren zu halten.

Fay Wray

„Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ wurde als einer der letzten Filme Hollywoods im sogenannten Zwei-Farb-Technicolor gedreht. Der Film galt jahrzehntelang als verschollen und der wiederaufgefundene Print wirkt leider nicht mehr so knallig. Die wunderschönen Pastell-Töne, die der Film wohl einmal besessen haben muss, kann man nur noch erahnen, was dem Spaß aber keinen Abbruch tut.
Dieser hübsche kleine Klassiker ist als Bonus-Material auf der DVD der Neuverfilmung mit Vincent Price (DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI aka HOUSE OF WAX) zu finden. Leider nur im O-Ton mit deutschen Untertiteln… obwohl ich völlig sicher bin, ihn vor Urzeiten schon einmal in synchronisierter Form im deutschen TV gesehen zu haben. Trotzdem fein, die DVD kriegt man ziemlich günstig und man erhält gleich zwei Mal Spaß fürs selbe Geld.

Mein Fazit: Für Gore-Hounds und Flutsch-Freunde ist das eigentlich nichts, dennoch möchte ich den Film dem geneigten Leser dieser Seiten unbedingt ans Herz legen, sofern man klassisches Grusel-Kino mag!

Nachtrag 1: Auch die Vincent-Price-Verfilmung hat natürlich ihre Reize, allein schon wegen Vincent… Aber auch der Auftritt eines gewissen Charles Bronson (damals noch Charles Buchinsky und ohne seinen Trademark-Schnauzer) als debiler Diener des Wachsfiguren-Machers ist ein echter Hingucker.

Nachtrag 2: Das Re-Remake mit Paris Hilton fand ich jetzt, trotz Frau Hilton, gar nicht einmal soooo übel. Da gibts dann übrigens auch ein bisschen Blut und Hupen 😉

Abt.: Fehlkäufe

Da hab ich gestern doch mal wieder gepflegt daneben gegriffelt. Beim Einkaufen mit Fräulein Atali fiel mir nämlich der folgende Film in die Finger:

Tomb Raper

“Tjahaa”, hab ich mir gedacht, “vielversprechender Titel und kostet nur ‘nen Heiermann, den nimmste einfach mal mit!”

Die große Ernüchterung folgte zu Hause. Bei Tomb Raper handelt es sich um die deutsche Ausgabe des US-Hardcore-Filmches “Jewel Raider” (eine Porno-Veräppelung von Tomb Raider – dieser Hinweis war für die Dummen).
Vom Hardcore ist allerdings nichts mehr übrig geblieben und so dauert der nette Streifen auch nur noch ein knappes Stündchen.
Das die DVD trotzdem das Siegel “Keine Jugendfreigabe” trägt, dürfte eindeutig den enthaltenen Trailern zu verdanken sein. Den Hauptfilm bzw. was davon übrig geblieben ist, kann man locker mit FSK16 durchwinken.

Mal schauen, ob ich mir dieses Meisterwerk in seiner gekürzten Fassung tatsächlich mal ansehe. Meine Lust darauf ist eher gering. Besser als der thematisch ähnliche “Womb Raider”, wo eine alte Frau mit dicker Nase (Namen hab ich vergessen) die Hauptrolle spielte, scheint der Streifen allerdings schon zu sein…

Mein Urteil: Flutschfilme ohne Flutsch? Braucht kein Mensch 🙁

MAREBITO (Japan, 2004)

Regie: Takashi Shimizu

Shinya Tsukamoto (Masuoka), Tomomi Miyashita, Kazuhiro Nakahara, Miho Ninagawa, Shun Sugata

Laufzeit: 92 Minuten

Heute, am besinnlichen zweiten Weihnachtstag, geht’s mal wieder in den Fernen Osten. Zur Abwechslung widmen wir uns heute nicht dem gepflegten Flutsch-Film, sondern wenden uns dem Thema „Horror“ zu.

Masuoka, der von Beruf Kameramann ist, wird Zeuge eines bizarren Selbstmordes. Ein Mann sticht sich in einer U-Bahn-Station die Augen aus. Masuoka, ohnehin schon ein ziemlich eigenartiger Vogel, verschanzt sich daraufhin in seiner mit Video-Equipment vollgestopften Wohnung, um sich immer wieder die Aufzeichnung der Bluttat anzusehen. Er ist überzeugt, dass der Mann sich die Augen ausgestochen hat, weil er etwas absolut furchtbares gesehen hat und nun keinen anderen Weg mehr sah, seiner Angst zu entkommen.
„Ich will sehen, was er gesehen hat“, denkt sich Masuoka natürlich prompt und macht sich mit seiner Videokamera auf den Weg.
In der U-Bahnstation stößt er auf eine geheime Tür, die in noch tiefer gelegenere Bereiche hinabführt. In einem gewaltigen, unterirdischen Labyrinth findet Matsuoka dann schließlich ein angekettetes, nacktes Mädchen, welches er befreit und folgerichtig gleich mit nach Hause nimmt. Wie sich herausstellt, hat es ziemlich spitze Zähne und mag den Geschmack von frischem Blut…

Marebito 1

Ja, das ist doch wieder mal ein typischer Vertreter seiner Art.

Takashi Shimizu, dem Regisseur, haben wir schon die „Ju On – The Grudge“-Serie in all ihren Variationen zu verdanken, das bürgt ja schon einmal für Qualität und den ein oder anderen Schauer des Unwohlseins. Wie immer sollte man eine Ader für den fernöstlichen Gruselfilm mitbringen, sonst könnte es passieren, dass man sich furchtbar langweilt, denn mit konventionellem US-Teenie-Splatter-Horror hat das alles natürlich nichts zu tun.

„Marebito“ hat nur wenige blutige Effekte zu bieten. Dialoge gibt es auch kaum. Hinzu kommt die eigenwillige Optik. Der Protagonist ist ständig mit seiner Kamera unterwegs, was das Geschehen prägt und oft genug erleben wir den Film durch seine Linse. Das drückt dem Streifen einen deutlichen Stempel auf. Gedanken und Gefühle erfahren wir hauptsächlich durch die Off-Stimme Masuokas. Da dieser, wie dem unvoreingenommenen Betrachter sehr schnell klar wird, aber gehörig einen an der Waffel hat, fühlt man sich nicht unbedingt wohler in seiner Haut. Realität, Illusion und gepflegter Wahnsinn verschwimmen relativ schnell in diesem Film.

Auch dezente Bezüge zu H. P. Lovecraft werden einem in diesem Werk um die Ohren gehauen. „Dies sind die Berge des Wahnsinns“, flüstert Masuoka, als er unterhalb der U-Bahn-Schächte die unterirdische Stadt und das gewaltige Labyrinth durchstreift. Man ist geneigt, ihm recht zu geben. Masuokas Reise in die unterirdischen Labyrinthe wird zu einem kreiselförmigen Abstieg in seine persönliche Hölle. Immer tiefer in den Wahnsinn hinein.

Marebito 2

Dabei fängt der gehirnalberne Teil des Films nach dem Fund des Mädchens in den Katakomben allerdings erst richtig an. Der Film wird noch einmal unbehaglicher.
Freilich, der Home-Made-Look von Marebito ist ein Ding für sich, ebenso wie der spärliche Dialog und der quasi nicht vorhandene Soundtrack. Die Atmosphäre wird hier durch die inneren Gedanken des Protagonisten und die Soundeffekte erzeugt. Das Geschehen konzentriert sich ganz auf Masuokas ambivalente und bizarre Beziehung zu dem aufgefundenen Mädchen, welches er in Ermangeleung eines anderen Namens einfach “F” nennt. Mehr sollte man freilich nicht verraten…

Für mich war Marebito eine sehr angenehme Grusel-Überraschung. Unbedingt nüchtern ansehen, sonst vermag man dem Geschehen zwischen Realität und Wahnsinn nämlich nicht mehr zu folgen 😉

HOSTEL II (USA, 2007)

Vorhin gesehen, deshalb nur ein kleiner Abriss:

Story: Drei Mädels, die zu blöd zum Kacken sind, verschlägts in die Slowakei. Dort geraten sie natürlich in die schwitzigen Finger zwielichtiger Gestalten, die sie an reiche Geschäftsmänner verhökern, die ihren Kick daraus ziehen, andere Leute zu Tode zu foltern.

Hostel 2

Ok, den hatte ich schon hierzulande im Kino gesehen, freilich in extrem verstümmelter Form. An den Kinobesuch denke ich – allerdings aus anderen Gründen – immer noch sehr gerne zurück.
Da dem Film hierzulande auf DVD dann auch keine vollständig ungekürzte Auswertung zuteil wurde, musste ich ihn mir halt aus den freundlichen Niederlanden besorgen. Dort ist “Hostel 2” laut Hülle ulkigerweise ab 16 Jahren freigegeben.
Das der Film ein paar durchaus unangenehm ausschauende Effekte zu bieten hat, steht außer Frage, aber soo schlimm, dass man ihn selbst mündigen Bürgern nur in gekürzter Form zugänglich machen darf, ist er ja nun beileibe nicht… Aber sich darüber aufzuregen, ist müßig. Das bringt eh nur graue Haare und von denen habe ich schon genug.
Der Film selbst bietet im Großen und Ganzen die selbe Story wie sein Vorgänger, nur diesmal eben aus weiblicher Perspektive, das ganze schön garniert mit ein paar Splatter-Einlagen. Meine Freundin Aleks würde sagen: “Ein echter Gorno”. Über Sinn und Unsinn des Begriff “Gorno” könnten wir jetzt auch vortrefflich ein Weilchen diskutieren, aber vielleicht nicht gerade heute 😉

Mein lautmalerisches Fazit: Schlitz-Krach-Schplötz!!! Brunz-blöder und dabei schwer-unterhaltsamer Folter-Horror von Eli Roth. Wer den ersten Teil mochte, liegt mit diesem hier nicht verkehrt. “Spaßig aber fröhlich”, meint der Kommissar 🙂

Nachtrag: Habe ich schon erwähnt, dass es mir auf die Eier geht, dass neuerdings auf jeder dritten DVD irgendein Quentin-Tarantino-Quatsch draufstehen muss? Ok, “Hostel 2” hat der Knabe ja nun produziert, da geht das ja in Ordnung, aber ansonsten…

Zur absurden Veröffentlichungsgeschichte von Hostel 2 gibt es hier noch einige geschmackige Details.

Fröhliche Weihnachten allerseits :-)

Seid gegrüßt, hochgeschätzte Fans des schlechten Geschmacks!

Ich hoffe, Ihr lümmelt ausgelassen unterm Tannenbäumchen herum und lasst euch im Kreise eurer Lieben angemessen bescheren…. Ich tu’s jedenfalls 😉

Und da wir gerade die Zeit der reichgefüllten Pakete haben und es so schön passt, gibt es nun ein wenig Katzen-Content:

Felix

Habt ein frohes Fest! 🙂

FRAUENGEFÄNGNIS (US: BARBED WIRE DOLLS), Schweiz 1975

Regie: Jess Franco

Darsteller: Lina Romay, Paul Müller, Monika Swinn, Erik Falk, Jess Franco u. a.

Länge: 77 Minuten

Für die persönlichen Notizen: Das ist der Film mit der unglaublichsten Zeitlupen-Sequenz der Filmgeschichte. Matrix und Max-Payne-mäßige Bullet-Time-Effekte sind ein Dreck dagegen!

Zurück zum Wesentlichen. Nachdem wir mit dem ersten Sasori-Film einen wirklich künstlerischen Beitrag zum WIP-Genre ausgesucht haben, kommen wir nun zu einem ausgesucht schmierigen Klassiker seiner Art… nur um mal den Gegensatz zu dokumentieren…

Ein Blick auf Cast & Crew macht einem sofort klar, dass wir es hier mit einem typischen Franco-Film zu tun haben. Die üblichen Verdächtigen sind alle am Start. Das bürgt natürlich schon einmal für gepflegte Unterhaltung mit Chips und Bier und der besten Freundin im Arm… immer vorausgesetzt, sie hat ein Herz für B – Z-Filme und den nötigen Humor, um das ganze Geraffel nicht allzu ernst zu nehmen.
„Frauengefängnis“ ist nämlich ein ziemlich programmatischer Titel. Hier wird aufs wesentliche reduziert und es geht gleich an die prall gefüllten Fleischtöpfe der niederen Instinkte.

Vorspann. Zu den Credits eine Panorama-Fahrt über den titelgebenden Frauenknast. Chicas mit dicken Wummen stehen auf den Mauern der Gefängnisinsel. „Hoho“, denkt sich der unvoreingenommene Betrachter, „mit denen ist sicher nicht gut Kirschen essen.“ Das Knast-Gemäuer scheine ich übrigens aus diversen anderen Filmen dieses Genres zu kennen, aber vielleicht schaue ich ja auch einfach nur zuviel von diesem Zeug 😉

Frauengefängnis1

„Drehbuch und Regie: Jess Franco“ flimmert es in blutroten Lettern über den Schirm…. und dann hören wir auch schon infernalisches Geschrei aus einer weiblichen Kehle.
Die nackig angekettete und ob der Zustände in der im Zuchthaus schon etwas grenzdebile Rosaria bettelt den gorillahaften Wärter (Erik Falk in einer seiner Paraderollen) an, ihr mit dem Fuß den außerhalb ihrer Reichweite hingestellten Napf mit Nudeln herüberzuschieben. „Hah, auf Staatskosten fressen!“, fällt diesem dazu nur ein und sogleich schwingt er wieder die Gerte, „Die anderen können krepieren – für dich zählt doch nur der eigene Nabel!“
Unnötig zu sagen, das Rosaria ob dieser ruppigen Behandlung endgültig die Sicherungen durchbrennen…
Die Direktorin (Monika Swinn – mit Monokel und äußerst knappen Shorts) sowie der Anstaltsarzt (Paul Müller – schön schmierig) sehen mit unbewegter Miene zu.

Am nächsten Tag wird eine neue Insassin eingeliefert: Maria (Lina Romay). Ihr Schicksal wird uns in der eingangs erwähnten unglaublichen Rückblende erklärt. Maria wurde von ihrem eigenen Vater (Jess Franco persönlich) sexuell angegangen. Naturgemäß zeigte sie sich darüber wenig erfreut und es kam zu einem wilden Gerangel, in dessen Verlauf sich Väterchen ganz unvorteilhaft die blöde Rübe anstieß. Für seinen finalen Exitus ist freilich eine ganz andere Person verantwortlich, das erfahren wir jedoch erst viel später im Film.
Die ganze geschilderte Sequenz wird in Zeitlupe dargestellt, ist dabei jedoch nicht in Slow Motion gefilmt, sondern Romay und Franco bewegen sich einfach nur unglaublich langsam, was absolut zum Schreien aussieht. Man erkennt dies auch wunderbar an einer Deckenlampe, die im Getümmel angestoßen wird und daraufhin in völlig normaler Geschwindigkeit an der Decke hin- und herpendelt. Das ist, mit Verlaub gesagt, der totale Hirnfick.

Frauengefängnis2

Maria landet jedenfalls in der Zelle von Rosaria und deren Mitgefangenen. Überflüssig zu sagen, dass die Mädels schon bald einen ausgelassenen Ausbruchsversuch starten. Gemeinsam wollen sie sich auf den Weg zum Gouverneur der Insel machen, um diesen über die menschenverachtenden Zustände in der Strafanstalt aufzuklären…

Soweit der Inhalt dieses epochalen Films, bei dem es sich um die erste Zusammenarbeit zwischen Jess Franco und dem Schweizer Produzenten Erwin C. Dietrich handelt. FRAUENGEFÄNGNIS bedient so ziemlich alle Klischees, die man von einem gepflegten WIP-Film erwartet. Insgesamt macht der Film mit all seinen misogynen Späßchen und dem rohen Look einen recht ruppigen Eindruck. Sorgfältige, ausgefeilte Kameraarbeit gibt es hier nicht. Der Tenor des Films ist grundsätzlich bierernst. Lediglich Sequenzen wie die Zeitlupen-Szene oder Figuren wie die gnadenlos überzeichnete Direktorin (die sich als Bettlektüre gerne mal Bücher über das Dritte Reich reinpfeift, bevor man ihr die nächste neue Gefangene als Betthupferl zuführt) sorgen für das ein oder andere entspannte Grinsen. Immer vorausgesetzt, man bringt den nötigen Humor für diese Sorte Film mit. Birkenstocktragende Gutmenschen werden sich ob der zahlreichen frauenfeindlichen Entgleisungen freilich mit Grausen abwenden.

Raki-o-Meter: Vier von fünf Rakis werden dringend empfohlen. FRAUENGEFÄNGNIS besitzt weder die Klasse von VAMPYROS LESBOS oder SIE TÖTETE IN EKSTASE. Und auch im WIP-Genre selbst gibt es zweifelsfrei bessere Filme, siehe hierzu auch SASORI. FRAUENGEFÄNGNIS ist, offen gesagt, ganz einfach ein schnell heruntergekurbelter, schmieriger Trash-Film, der seinerzeit ein bestimmtes Publikum bedienen und dabei möglichst viel Cash einfahren sollte. Spaß macht er dennoch, sogar eine ganze Menge. Aber Hallo!!!

Stille Nacht…

Es ist sehr frisch draußen. Ich schreibe das grade live von meinem Balkon, weil ich unbedingt die Festtagsbeleuchtung des Nachbarn knipsen wollte…. Ok, viel sieht man nicht (vor allem das Rentier geht ein bisschen unter), aber immerhin…. das Bloggen vom Handy klappt auch…. nur falls ich unterwegs mal Lust bekomme, ein paar launige Zeilen abzusondern… wie nerdy das alles ist… :@)

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